Recomatic mit Sitz in der Nähe von Porrentruy im Schweizer Jura, einer Hochburg der Produktion von Uhrengehäusen und -armbändern, wurde vor 22 Jahren von Christophe und Philippe Rérat, den Söhnen des Mitgründers, übernommen. Das Unternehmen wuchs durch die Übernahme von Bula im Jahr 2008, die Gründung von Swiss im Jahr 2020 und schliesslich die Übernahme von Cosmap Srl im Jahr 2023. Das Kerngeschäft: die Finishbearbeitung und Veredelung hochkomplexer Oberflächen. Die Gruppe entwickelt und fertigt Schleif- und Poliermaschinen, von manuellen über CNC-Maschinen bis hin zu Anlagen mit automatischer Beschickung.

Die BULA POLIGO B2 ist eine CNC-Maschine zum Polieren, Entgraten und Bürsten.
Auch wenn die Uhrenindustrie nach wie vor das wichtigste Kundensegment darstellt, wird Recomatic zunehmend von Herstellern orthopädischer Implantate – für Hüfte, Knie und Schulter – sowie von Instrumentenherstellern angefragt, deren Anforderungen an die Oberflächenqualität jenen der Uhrenbranche ähneln. Die mit RECO-Schleifmaschinen erzielte Präzision bewegt sich nämlich im Mikrometerbereich (± 0,005 mm), während die mit BULA-Anlagen erreichte Rauheit beim Polieren bis auf Ra 0,03 gesenkt werden kann.
«Wir sind in der Lage, Keramik, Titan und CrCo (Chrom-Kobalt) mit derselben Präzision zu bearbeiten wie Edelmetalle», betont Christophe Rérat. «Ebenso verarbeiten wir weitere Materialien wie Saphirglas, spezielle Werkstoffe für die Luftfahrtindustrie, Carbon, Kautschuk usw.»
Ein und derselbe Anbieter für Schleifen und Polieren
Als einer der wenigen Hersteller, die sowohl Schleif- als auch Polierlösungen anbieten und dadurch diese beiden komplementären Arbeitsschritte optimieren können, zeichnet sich Recomatic auch durch die grosse Vielfalt seiner Modelle aus. «Wir bieten nicht weniger als 20 Maschinen im Katalog an, die je nach Anwendung mit einer unterschiedlichen Anzahl Achsen ausgerüstet sind», präzisiert Christophe Rérat.
Die Maschinen sind vor allem für ihre Vielseitigkeit bekannt: beim Schleifen, wo der Hersteller das Schleifmittel an den jeweiligen Werkstoff anpasst, und beim Polieren, wo man Bürsten, Baumwollscheiben oder Polierpaste so auswählt, dass die vom Kunden gewünschte Rauheit erzielt wird. «Unsere Produktreihen decken verschiedene Bedürfnisse des Medtechsektors ab», ergänzt Christophe Rérat. «Die RECO-Modelle empfehlen sich beispielsweise für das Schleifen von Hüftpfannen und Femurköpfen, während die Bula-Maschinen eher für das Polieren von Knieprothesen geeignet sind. Die Swis-Reihe wiederum ist in erster Linie für Anwendungen bestimmt, die ein verformungsfreies Polieren erfordern, oder für Teile mit schwer zugänglichen Stellen wie bestimmte Dentalkomponenten.»
Der Femurkopf dieser Hüftprothese wurde auf Maschinen von Reco und Bula geschliffen (MR430) und poliert (POLIGO B1).
Bemerkenswert ist auch, dass die RECO-Maschinen mit einem Werkzeugmagazin für bis zu 20 Werkzeuge ausgestattet sind, insbesondere Fräser, mit denen sich ein Aufmaß schneller beseitigen und Zykluszeiten verkürzen lassen. «Einige unserer Maschinen sind mit leistungsstarken Spindeln ausgestattet, die Drehzahlen von bis zu 30.000 min-1 erreichen», erklärt Christophe Rérat.
Um den Qualitätsanforderungen der Kunden gerecht zu werden, sind die Recomatic-Maschinen mit Messtastern zur Masskontrolle der Werkstücke ausgerüstet. Im Showroom verfügt Recomatic zudem über ein Gerät zur Rauheitsmessung mittels Lichtbrechung, mit dem die Qualität der intern durchgeführten Versuche überprüft wird.
Alle Dienstleistungen unter einem Dach
Eine weitere Besonderheit von Recomatic ist die Bündelung aller Dienstleistungen am Firmensitz in Courtedoux. Die Gruppe stellt ihren Kunden das ganze Jahr über einen Showroom mit rund zehn Maschinen zur Verfügung, wo sie ihre Versuche und Feinabstimmungen vornehmen können. « Wenn ein Unternehmen zum Beispiel eine besondere Halte- und Positioniervorrichtung benötigt, können wir sehr schnell auf seine Anfrage reagieren», präzisiert Sébastien Wuillaume, Leiter des Kundenservice.
Die Begleitung der Kunden ist ein starker Wert der Gruppe. Hierzu gehört auch die Schulung, die dem Anwender die nötige Selbständigkeit für die Bedienung seiner Maschine vermittelt. Darüber hinaus werden Weiterbildungsschulungen organisiert, um die Kunden über neue Funktionen zu informieren und ihnen zu ermöglichen, die Programmierung ihrer Anlage zu optimieren. Das Team von Sébastien Wuillaume lässt sich seinerseits bei den Lieferanten von Verbrauchsmaterialien schulen, damit die Kunden von den letzten Neuheiten profitieren können.
Schliesslich kann Recomatic die Produktvalidierung und die Herstellung der Vorserien übernehmen, damit der Kunde in der Lage ist, die Wiederholgenauigkeit seiner Maschine und die Gleichmässigkeit der erzielten Qualität zu beurteilen.
Eine erste umweltfreundlich konzipierte Schleifmaschine
Nachhaltigkeit gehört zu den grossen Anliegen der Gruppe. Das zeigt sich bereits in der Installation von Solarmodulen auf den Gebäuden und in einer Heizung mit Holzpellets. Auch in der Produktion arbeitet Recomatic an der Entwicklung von Maschinen, die energieeffizienter und kompakter sind. So präsentierte das Unternehmen an der EPHJ 2023 seine erste nach ökologischen Gesichtspunkten konzipierte Schleifmaschine: die RECO CT5, ein CNC-Schleifbearbeitungszentrum mit 5 simultanen Achsen für die Endbearbeitung und Vorbereitung komplexer Oberflächen, das insbesondere Schleif-, Bohr-, Fräs- und Dekorationsarbeiten bewerkstelligt.
Zu besichtigen am Stand A 67 der EPHJ 2026
https://grouperecomatic.ch