Aufsprühen von Silberlösungen – von der Uhrmacherei zur Rüstungsindustrie

Altair Metalizz fertigt im additiven Verfahren Komponenten für die Uhrenindustrie und bietet Sprühlösungen zur Oberflächenveredelung an. Diese kommen auch in der Rüstungsindustrie bei der elektromagnetischen Abschirmung von Verbundwerkstoffen zum Einsatz.

Gehäuse, per SLA additiv gefertigt, im Inneren eine im Fara-D-Layer-Verfahren realisierte elektromagnetische Abschirmung. Fertigung für einen Hersteller elektronischer

Altair Consulting wurde 1998 gegründet und zählte zu den Pionieren der additiven Fertigung. Das Unternehmen nutzte diese Technologie, um Uhrmachern und Juwelieren innovative Lösungen für Design und Werkzeuge sowie die Produktion neuer Kollektionen anzubieten. Das heute von Émeric Lignier geleitete Unternehmen hat sein Kompetenzspektrum erweitert, insbesondere durch die Partnerschaft mit Metalizz im Jahr 2018 und den Kauf der Marke nebst den Patenten im Jahr 2024. Drei Kernprodukte prägen das durch die Übernahme entstandene Portfolio: Uscleaner, eine Maschine zur Reinigung und Dekontaminierung von Oberflächen durch Ultraschall sowie zwei Sprühverfahren, die zu ästhetischen Zwecken oder der Herstellung elektromagnetischer Abschirmungen (EMV) mittels einer silberbasierten Lösung eingesetzt werden können. Altair Consulting übernimmt Vertrieb und Serviceleistungen, während Eidos Coating unter Leitung von Philippe Sapet, dem Gründer von Metalizz, als Partner Forschung und Entwicklung gewährleistet.

«Wir hielten die von Metalizz entwickelte Technologie zunächst für besonders interessant, um Uhrenprojekte ästhetisch zu veredeln», erklärt Émeric Lignier. «Heute öffnen wir uns zunehmend den Bereichen Elektronik und Medizintechnik. EMV-Abschirmungen und biokompatible Beschichtungen können Roboter und andere Produkte schützen, die in Operationssälen eingesetzt werden. Wir haben uns von einer rein ästhetischen hin zu einer funktionalen und technischen Anwendung entwickelt.»

«Eigentlich bauen wir einen Faradaykäfig»

Optronikkugel mit Steuerplatinen, geschützt durch gepanzerte Abdeckungen (durch KI erzeugte Prinzipdarstellung, das Endprodukt ist vertraulich)

Die Elektronik spielt auch eine Rolle in der Rüstung. Zu den Kunden von Altair Metalizz zählt ein Optronikunternehmen, das Steuer- und Kameraplatinen für Drohnen und Helikopter fertigt – Systeme, die nicht durch externe Störungen beeinträchtigt werden dürfen. Das Aufbringen mehrerer Schichten auf gespritzte oder gedruckte Kunststoffteile dämpft von aussen einwirkende Störungen. «Eigentlich bauen wir einen Faradaykäfig», resümiert Émeric Lignier. «Die erste Schicht besteht aus reinem Silber, die zweite aus einem organischen Lack mit Metallkomponenten, der auf eine additiv hergestellte Abdeckung aufgespritzt wird, die leichter als Aluminium ist und komplexe Formen aufweisen kann.»

Altair Metalizz begann vor vier Jahren, mit Rüstungs- und Luftfahrtunternehmen zusammenzuarbeiten, was durch den beruflichen Hintergrund von Émeric Lignier erleichtert wurde, der rund zehn Jahre als Ingenieur in diesen Branchen unterwegs war. Die Tests dauern ziemlich lange, denn für viele grosse Auftraggeber stellt ein solches Verfahren eine technologische Disruption dar. «Hierzu kommunizieren wir nicht viel, sondern gehen lieber langsam vor, denn wir wollen sicher sein, dass wir in einem Validierungsprozess, der viele Tests erfordert, keine Schritte überspringen», erklärt Émeric Lignier. «Wir möchten bei der Implementierung gelassen sein.» Die Validierung dauert zwischen sechs und achtzehn Monaten und umfasst mechanische wie technische Parameter: Temperaturbeständigkeit, Widerstandsfähigkeit gegen Abriss und raue Umgebungen.

Dank seiner schlanken Struktur agiert Altair Metalizz ausgesprochen reaktionsschnell und bietet der Industrie Flexibilität und Agilität. Im Vertrieb werden verschiedene Modelle angeboten – von der vollständigen technischen Ausführung bis hin zum Verkauf der Gesamtlösung einschliesslich Beratung, Installation, Schulung und After-Sales-Service.

Patrice Desmedt

Altair: Standnummer Q67