Expertise in der Mikrobearbeitung: Lasea expandiert in den Rüstungssektor

Die Lasea Gruppe hat mit der Mikrobearbeitung für Medizintechnik, Luxusgüter und Elektronik anerkannte Kompetenzen entwickelt, die sie jetzt in den Dienst von Luftfahrt und Rüstungsindustrie stellt.

Lasea entwickelt und fertigt hochpräzise Lösungen für eine Lasermikrobearbeitung, die hauptsächlich mit ultrakurzen Pulsen arbeitet. Hierzu zählen auch Verfahren zur Oberflächentexturierung im Nanometer- und Mikrometerbereich. Die internationale Gruppe mit Hauptsitz in Lüttich (Belgien) umfasst auch die Firmen Laser Cheval und Optec. Sie baut auf ihr in der Medtech-, Luxus- und Elektronikbranche erworbenes Know-how auf, um neue Märkte zu erschliessen: Man begann mit der Luftfahrt, und seit eineinhalb Jahren ist man im Rüstungssektor tätig, dem eine Verlagerung der Forschungsbudgets zugutekommt.

«Im Rüstungs- und Luftfahrtsektor arbeiten wir hauptsächlich in der Entwicklung, wobei wir das Ziel verfolgen, unsere Technologien und Maschinen für neue Anwendungen einzusetzen», erläutert Pascal Durdu, Vertriebsleiter von Lasea. «Wir konzentrieren uns auf die Funktionalisierung von Oberflächen und das Abtragen dünner Schichten. So arbeiten wir beispielsweise an hydrophoben und hydrophilen Eigenschaften, die man nutzen kann, um Drohnen zu enteisen oder das Anhaften von Wassertropfen auf einem Kameraobjektiv zu unterbinden. Weitere Forschungsgebiete sind Tarnkappen-, Radar- und Infrarottechnologien.»

Hermetische Verbindungen ohne Klebstoff

Lasea bearbeitet sowohl Polymere, Keramiken und Metalle als auch Leiterplatten. Da Elektronik im Rüstungssektor eine wichtige Rolle spielt, treibt das Unternehmen unter anderem Entwicklungen zur neuen TGV-Technologie (Through Glass Vias) voran. Diese setzt auf ein Glassubstrat, dessen hervorragende elektrische Isolierung unerwünschte elektrische Interferenzen verhindert.

Ein weiterer Kompetenzbereich ist die Wärmeübertragung. Die Verfahren von Lasea ermöglichen eine Vergrösserung der Kontaktflächen, was eine bessere thermische Übertragung in den Wärmetauschern und somit eine bessere Wärmeableitung gewährleistet. Auf diese Weise bleibt ein Gerät weniger lange für eine Infrarotkamera erkennbar. Auch die Grösse gewisser Bauteile, wie z. B. von Mikromotoren, kann reduziert werden.

«Wir bieten zudem Lösungen für das Mikroschweissen an, insbesondere für das Fügen unterschiedlicher Werkstoffe wie Metall mit Polymeren oder nicht mischbarer Materialien wie Glas mit Glas. Damit lassen sich hermetische Verbindungen ohne Klebstoff herstellen, die für Anwendungen in der Rüstung geeignet sind», ergänzt  Pascal Durdu.

Die Mittel für den Verteidigungssektor sind jüngst gestiegen, und in einem Umfeld, wo sich die Technologien äusserst schnell entwickeln, lohnt es sich für die betreffenden Industriezweige, innovative KMU heranzuziehen. «Wir haben einen regen Austausch mit den Rüstungsunternehmen und leisten viel Aufklärungsarbeit zu Lasertechnologien bei denjenigen, die damit noch wenig vertraut sind», bemerkt Pascal Durdu. «Wir veranstalten Workshops, bevor wir ihre Anwendungen durchgehen und die Bereiche identifizieren, in denen Laser ihnen einen Mehrwert bieten kann.» Hierbei verweist Lasea darauf, dass der Laser weniger Energie verbraucht als herkömmliche Bearbeitungsverfahren, keine Verschleissteile benötigt, höchste Präzision bietet, alle Werkstoffe bearbeiten kann und in seiner ultrakurzen Version athermisch ist. Und dank seiner Flexibilität eignet er sich besonders gut für mittlere Stückzahlen, die besonders von den Rüstungsunternehmen nachgefragt werden.

Patrice Desmedt

Beispiel für eine Stealth-Metafläche zur Absorption von Radarwellen im GHz-Bereich, wodurch die Erkennung des Objekts erschwert wird. (Quelle: Lasea)

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